Feuerwehr und Ehrenamt

Die kommunale Pflichtaufgabe, eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, werde ich mit ganzer Kraft und über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus erfüllen. Die Stadt Schwalbach wäre kaum in der Lage das Engagement ihrer ehrenamtlichen Feuerwehrangehörige zu ersetzen.

Neben der bestmöglichen Ausstattung steht für mich die fachliche Ausbildung im Vordergrund. Nur eine gut ausgerüstete und gut ausgebildete Feuerwehr kann die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger Schwalbachs sicherstellen.

Die Freiwillige Feuerwehr Schwalbach ist in vielen Jahren über 300-mal per annum für uns im Einsatz. Das Einsatzspektrum reicht dabei von der sprichwörtlichen Katze auf dem Baum bis hin zu Großbränden, aber auch die technische Hilfeleistung (Wasser im Keller, Rettung bei Verkehrsunfällen) hat großen Anteil.

Aus den unterschiedlichsten Lagen, mit denen unsere Einsatzkräfte konfrontiert sind, folgt der Bedarf für verschiedenste Gerätschaften und Fahrzeuge. Hier möchte ich als Bürgermeister ein guter Partner sein, der das Norwendige bereitstellt.

Aber auch die beste Ausrüstung ist nichts wert ohne die Menschen, die sie einsetzen. Damit diese auf dem neuesten Wissensstand sind, sollte das Ausbildungsangebot vor Ort verbessert werden. Hierzu möchte ich es der Feuerwehr ermöglichen, auch im regulären Ausbildungsbetrieb auf Spezialisten als Übungsleiter zurückzugreifen. Zudem möchte ich Seminare und Lehrgänge an den Standort holen. Hierbei setze ich auf interkommunale Zusammenarbeit, um so die Gemeinschaft zwischen den benachbarten Feuerwehren zu stärken, da sich diese auch im Einsatz häufig gegenseitig unterstützen müssen.

Diese Maßnahmen dienen nicht nur dem Bevölkerungsschutz, sondern auch der Sicherheit unserer Einsatzkräfte. Wer sich freiwillig in Gefahr begibt, um anderen zu helfen, hat den bestmöglichen Schutz verdient. Dieser endet nicht bei der Ausrüstung und Ausbildung, sondern wird auch durch die Verwaltung und durch einen Bürgermeister gewährleistet, der sich für seine Feuerwehrangehörigen einsetzt und ihnen auch in schwierigen Zeiten zur Seite steht.

Obwohl die Mitgliedschaft in der Einsatzabteilung der Feuerwehr mit großer Verantwortung, persönlichem Risiko und viel Arbeit verbunden ist, zählt die Feuerwehr etwa 70 Mitglieder. Diese große Zahl verdanken wir vor allem der guten Jugendarbeit, die seit 2008 ebenfalls ehrenamtlich in der Feuerwehr geleistet wird. Eine Folge dieser Entwicklung ist die Verjüngung der Feuerwehr. Neben der Chance eine zukunftssichere Feuerwehr aufzustellen, bringt diese neue Entwicklung auch Herausforderungen mit sich, die ich gemeinsam mit der Feuerwehr bewältigen möchte. Außerdem möchte ich örtliche Unternehmen mit Schwalbacher Jugendlichen auf einer Jobbörse in Kontakt bringen, um so auch den jungen Feuerwehrangehörigen berufliche Perspektiven in unmittelbarer Nähe zu bieten.

Ebenso bedeutend für die Zukunft der Feuerwehr sind aber auch die erfahrenen Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen, die unsere Feuerwehr in den vergangenen Jahrzehnten mit entwickelt und ein großes Wissen angesammelt haben. Ich möchte für deren Sorgen und Nöte ein Ansprechpartner sein, damit uns diese Säule der Feuerwehr nicht wegbricht.

Neben vielen Stunden für Ausbildung und Einsätze, werden die Einsatzkräfte auch durch einen wachsenden Verwaltungsaufwand beansprucht. Ich möchte mit der Feuerwehr in einen Dialog treten, um herauszuarbeiten inwieweit hier eine Entlastung durch die Stadt über das bisherige Maß hinaus nötig und möglich ist.

Schon vor einiger Zeit wurde das im alten Ortskern gelegene Feuerwehrhaus zu eng, was auch durch den technischen Prüfdienst bemängelt wurde. Inmitten der Pläne für einen Erweiterungsbau wurde festgestellt, dass die gestiegenen rechtlichen Anforderungen auch mit einem Neubau am jetzigen Standort kaum zu erfüllen sind. Eine Ausnahmegenehmigung sei im Falle eines teuren Neubaus zwar möglich, aber würde deutliche Einschränkungen bei der Sicherheit unserer Feuerwehrangehörigen bedeuten und stünde finanziell und organisatorisch in keinem Verhältnis.

Für den neuen Feuerwehrstandort gelten Voraussetzungen, die nur an wenigen unbebauten Flächen Schwalbachs zu erfüllen sind. Als Bürgermeister möchte ich das Verfahren zum Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses auf dem Gelände des Bauhofs transparent begleiten und dafür sorgen, dass alle Bedenken im Planungsverfahren berücksichtigt werden.

Der Bau eines neuen Feuerwehrhauses bietet eine einmalige Chance, die ich nutzen möchte, damit das Feuerwehrhaus für die Zukunft gerüstet ist. Zu diesen Chancen zählen insbesondere die Synergieeffekte über einen gemeinsamen Standort mit dem städtischen Bauhof, aber auch die Vorhaltung von Reserveflächen sowie die Planung von Sozial- und Sporträumen.

Ich will außerdem auch prüfen lassen, ob Wohnungen auf dem Gelände gebaut werden können, die bevorzugt an die Feuerwehrangehörigen vermietet werden sollen.

Die Öffentlichkeitsarbeit der Freiwilligen Feuerwehr Schwalbach erfolgt bisher über die eigene Homepage. In meiner Zeit bei der Polizei Frankfurt habe ich das dortige Social-Media-Konzept entwickelt und weiß daher um die Möglichkeit, die sich über diese Kommunikationswege ergeben. Ich will die Feuerwehr dabei unterstützen eine eigene Social-Media-Strategie zu entwickeln, um so das Ehrenamt erlebbarer zu machen und die Bevölkerung bei besonderen Einsatzlagen zu informieren.

Ehrenamt

Das Ehrenamt noch mehr zu stärken und somit auch die Attraktivität der Vereine, ist für mich eine der herausragenden Aufgaben, derer ich mich als Bürgermeister annehmen möchte.

Hierzu bedarf es auch Maßnahmen, die Anreize schaffen, sich über das persönliche Engagement ehrenamtlich einzubringen. So möchte ich die Schwalbacher Angebote der Ehrenamtscard evaluieren und erweitern. Diese sind im Vergleich zu anderen Städten noch stark ausbaufähig.

Die Förderung der Vereine will ich im Blick behalten und sicherstellen, dass durch gezielte Unterstützung eine gleichbleibende Vielfalt an kulturellen, integrativen und sportlichen Angeboten für Jung und Alt gewährleistet ist.

Veranstaltungen wie bspw. das Altstadtfest und die Sommerfeste möchte ich gemeinsam mit Ihnen evaluieren, um die Angebote auf Dauer attraktiv zu halten und noch mehr Menschen für das Schwalbacher Kulturangebot zu begeistern.

Nach dem Vorbild der Bildungslandschaften und -konferenzen soll in Schwalbach ein Netzwerk entstehen, welches Ehrenamtliche, Vereine, Unternehmen, Schulen und die Verwaltung näher zusammenbringt. Bildung endet nicht nach dem Verlassen der Schule. Hier sehe ich die Stadt als Partner in der Verantwortung, um Schulungskonzepte, die nach den Bedarfen des Bildungsnetzwerks erstellt werden, bereit zu stellen.

Ich möchte die persönliche Fortbildung aller Ehrenamtlichen über die Angebote der Vereine hinaus fördern. Es gilt daher qualifizierte und zertifizierte Lehrgänge zu ermöglichen, welche der ehrenamtlichen Tätigkeit nützen und denen, die ihre Freizeit für uns aufbringen, einen Mehrwert im persönlichen und beruflichen Alltag liefern.

Für unsere Feuerwehrangehörigen will ich noch einen Schritt weiter gehen. Mir schwebt ein interkommunaler Ansatz vor, bei dem wir in einem ersten Schritt die bestehenden Möglichkeiten und Kapazitäten der Landesfeuerwehrschulen und der bisherigen Ausbildungsangebote bewerten und in einem anschließenden zweiten Schritt gemeinsam mit den Gemeinde- und Stadtbrandinspektoren kommunale Lehrgangsangebote entwickeln.

Die Qualifikation derer, die im Einsatzfall ihr Leben riskieren, um unseres zu retten, auf dem höchstmöglichen Niveau sicherzustellen, ist mein erklärtes Ziel.